Setzt in der Entwicklung die richtigen Prioritäten

1ACare macht den Pflegemarkt deutlich transparenter

Stellen Sie sich und das Startup 1ACare kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Holger Klötzner und arbeite seit Ende 2017 bei 1ACare. Meine Aufgabe ist die operative Leitung der Firma. Ich kümmere mich darum, dass das Geschäft in allen Bereichen läuft, aber auch darum, dass wir die richtigen Dinge tun. In meinen Verantwortungsbereich fallen die Softwareentwicklung, der Vertrieb, das Marketing und der Content. 

Mit 1ACare haben wir eine Plattform geschaffen, die den Pflegemarkt deutlich transparenter macht und dadurch den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge gibt.  


Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich bin zwar keiner der drei Gründer, war aber schon vor der offiziellen Gründung von 1ACare mit an Bord und anschließend auch der erste Mitarbeiter. Mir wurde sehr schnell klar, dass das, was wir vorhatten, riesiges Potenzial hat. Der Pflegemarkt ist einfach zu komplex und braucht dringend Innovation. Der Funke ist bei mir also sehr schnell übergesprungen und bereits kurz darauf haben wir zusammen die ersten Konzepte und Prototypen entwickelt. Der nächste logische Schritt war dann die Gründung.

Welche Vision steckt hinter 1ACare?

Unsere Vision ist es, den Pflegemarkt zu digitalisieren. Das erreichen wir, indem wir die wesentlichen Akteure, also vor allem Sanitätshäuser und Pflegedienstleister sowie deren Angebot, transparent und miteinander vernetzt abbilden. Was früher noch mit viel Telefoniererei und Aufwand verbunden war, kann man heute einfach über 1ACare abwickeln. 


Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war sicherlich, die Marke bekannt zu machen. In der Hinsicht unterscheiden wir uns kaum von anderen Startups. Die beste technische Lösung bringt wenig, wenn man unbekannt ist. Wir haben klein angefangen und natürlich versucht, so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu erzeugen. Als unsere Lösung online ging, konnten wir recht schnell lokale Medien auf uns aufmerksam machen. Kurz darauf schon ging es nach Berlin ins Kanzleramt zu einem persönlichen Treffen mit Kanzleramtsminister Helge Braun, auch auf die grüne Woche wurden wir als Aussteller eingeladen. Zu Beginn haben wir uns ausschließlich über die Einlage der Gesellschafter finanziert, also Geld, das die drei Gründer sich hart erarbeitet und bereits versteuert hatten. Ca. 1,5 Jahre nach der Gründung konnten wir Investoren, namentlich Hessen Kapital 1 und Noventi Healthcare, für unser Projekt begeistern und sind nun finanziell sicher aufgestellt. 


Wer ist die Zielgruppe von 1ACare?

Die primäre Zielgruppe von 1ACare sind Angehörige von Pflegebedürftigen. Das sind die Personen, die unsere Lösung am ehesten nutzen, da sie immer auf dem neuesten Stand sein müssen und wenig Zeit haben, sich um die vielen Einzelheiten zu kümmern. Die Verantwortung für einen Pflegebedürftigen zu übernehmen, kann schnell zum Vollzeitjob werden. Und das, obwohl viele bereits einen Job haben. Jeden Aufwand, den wir unseren Nutzern ersparen, macht Platz für die wirklich wichtigen Dinge, nämlich beispielweise Zeit mit den Angehörigen verbringen. 


Wie funktioniert 1ACare? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Besucher bekommen auf 1ACare drei wesentlichen Funktionalitäten geboten. Zuerst einmal ist das der Wegweiser, bei dem man sich über alles Mögliche aus dem Pflege-Kosmos informieren kann, beispielsweise über Krankheiten, aber auch über bestimmte Hilfsmittel wie Rollatoren. Wer einen Rollator, oder jedes beliebige andere Hilfsmittel benötigt, der kann in unserem Marktplatz den passenden Fachhändler finden, das sind Sanitätshäuser. Das funktioniert sowohl mit als auch ohne Rezept vom Arzt. Wichtig hierbei ist, dass der Kunde genau das Sanitätshaus findet, was auch tatsächlich versorgen kann.

Denn es kommt auf viele Faktoren an, wie beispielsweise die Krankenkasse und den Ort, aber auch die Qualifikation des Anbieters. Schlussendlich wäre da noch die Suche nach Pflegedienstleistern, bei der wir Profile von verschiedensten Dienstleistern inklusive Kontaktmöglichkeit anzeigen. Der große Vorteil von 1ACare ist, dass man alles aus einer Quelle bekommt und es sich nicht mühselig von verschiedenen Seiten zurechtsuchen muss. Mit manchen Funktionalitäten, beispielsweise der Suche nach Hilfsmitteln auf Rezept, sind wir einmalig am Markt. Das hebt uns deutlich von der Konkurrenz ab.


Wie ist das Feedback?

Die Rückmeldungen unserer Nutzer sind wirklich durchgehend positiv. Wir bekommen natürlich auch Feedback mit Verbesserungsvorschlägen. Das nehmen wir dann auch zum Anlass, unsere Denkweise teilweise komplett zu ändern und neue Wege zu gehen. Ohne diese Agilität wären wir sicher nicht so erfolgreich.


1ACare, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren wollen wir im Bereich der Pflegevermittlung Marktführer sein. Das ist ein ehrgeiziges Ziel, aber ich bin fest davon überzeugt, dass es möglich ist. 


Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Hört auf eure Kunden und Partner. Das Feedback ist vor allem in der Startphase Gold wert.
  2. Setzt in der Entwicklung die richtigen Prioritäten. Nicht jede Funktionalität muss von Anfang an da sein. Wichtiger ist es, mit den Kernfunktionalitäten zu überzeugen. Der Rest kommt dann von ganz allein.
  3. Nutzt jede Möglichkeit zur Vernetzung, sei es mit der lokalen Presse, mit potenziellen Kunden und mit Menschen aus der gleichen Branche, insbesondere auf Messen. Oftmals ergeben sich unerwartete, aber sehr wertvolle Kontakte.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Holger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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