Wizardo schaurig gruselige Masken

Wizardo: Steffen Oppermann stellt Masken und Accessoires für Halloween und Karneval her

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Wizardo doch kurz vor unseren Lesern vor!
Steffen Oppermann: Mein Name ist Steffen Oppermann und ich bin Gründer des Start-ups Wizardo. Mit Wizardo.com stelle ich hochwertige Masken und Accessoires für Karneval und Halloween her. Bereits zu Schulzeiten hatte ich Interesse an allem, was mit Theater, Requisite und Spezialeffekten zu tun hatte. Meine Firma hat sich aus dieser Neigung entwickelt. Unser Portfolio umfasst Kleinteile zum Ankleben wie Wunden, Hörner und Ohren, aber auch innovative Masken, die sich durch ein besonderes Design und einen hohen Tragekomfort auszeichnen. Diese Artikel entwickeln wir selber und stellen einen Teil davon auch in Hamburg her. Das Sortiment wird ergänzt durch zusätzliche Produkte wie Schminke, Kostüme und Theaterbärte, die wir als Handelsware anbieten.

Wie ist die Idee zu Wizardo entstanden?
Steffen Oppermann: Angefangen hat alles mit einem Paar selbstgemachter Elfenohren, die ich für eine Schultheater-Aufführung gemacht habe. Ein Zuschauer wollte die Ohren unbedingt kaufen, so ist daraus ein kleiner Handel geworden. Es gab zwar damals schon Elfenohren im Handel, ich war aber mit der Qualität und dem Preis nicht zufrieden. Meine Motivation ist bis heute geblieben: gute Qualität zu fairen Preisen anbieten zu können.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Steffen Oppermann: Wizardo.com ist kein typisches Start-up. Wir haben erst vor ca. 2,5 Jahren beschlossen, den Schritt vom lukrativen Hobby hin zu einer echten Unternehmensstruktur zu machen. Mit vielen Problemen war ich also schon mal konfrontiert. Für mich persönlich war es eine große Aufgabe, mich in betriebswirtschaftliche Dinge hinein zu arbeiten. Ich bin eigentlich Arzt und komme daher aus einer ganz anderen Sparte. Die Finanzierung habe ich größtenteils über eigene Rücklagen gestemmt. Ich habe aber auch einen „Familienkredit“ aufgenommen, den ich demnächst jedoch zurückgezahlt haben werde.

Wer ist die Zielgruppe von Wizardo?
Steffen Oppermann: Unsere Zielgruppe ist ganz einfach: alle Menschen, die Freude an Karneval, Party und Halloween haben. Wir bieten ein sehr breites Sortiment an, so dass selbst für diejenigen, die keine Lust auf großen Aufwand bei der Verkleidung haben, etwas dabei sein sollte. Wer sich keine Maske aufsetzen möchte, kauft vielleicht unser Kunstblut, das nebenbei als Getränkesirup für gruselige Halloween-Cocktails einsetzbar ist. Übrigens ist es das erste Kunstblut auf dem Markt mit Lebensmittelzulassung.

Für welche Anlässe bieten Sie Masken?
Steffen Oppermann: Unser Angebot erstreckt sich von semiprofessionellen Halbmasken zum Aufkleben auf das Gesicht über einfach zu nutzende, fertig geschminkte Partymasken bis hin zu Vollkopfmasken, die echt krass aussehen. Es kommen also viele Anlässe in Frage: Rollenspiel-Events, Mottopartys, Junggesellenabschiede und Großveranstaltungen wie z.B. Zombie-Moves sind neben den klassischen Anlässen Karneval und Halloween typische Anwendungsgebiete für unsere Masken. Wir haben aber auch einige Theater und Videoproduktionen als Kunden, die unsere Produkte für den Professionellen Bereich nutzen.

Wo werden die Masken gefertigt?
Steffen Oppermann: Die Entwicklung erfolgt grundsätzlich immer in-house bei uns in Halstenbek. Dazu gehört die Herstellung der Rohlinge, der Silikonabdrücke und der Gussformen. Musterserien und kleinere Auflagen von Masken und Latexapplikationen werden ebenfalls von uns hier gefertigt. Bei höheren Bestellmengen lassen wir dann in China produzieren. Zukünftig werden wir einen Teil der Produkte in Europa fertigen lassen. Die Kooperation soll im Frühjahr beginnen.

Fertigen Sie auch spezielle Kundenwünsche an?
Steffen Oppermann: Grundsätzlich sogar gerne, jedoch sind meistens die Kosten für Entwicklung und Herstellung der notwendigen Gussformen für eine Einzelproduktion zu hoch. Wir haben aber schon häufiger Kundenaufträge übernommen, die wir nach einer gewissen Sperrzeit dann in unser Portfolio aufgenommen haben.

Welches ist die beliebteste Maske?
Steffen Oppermann: Momentan ist unsere „Dr. Affenzahn“ Maske sehr beliebt. Gut läuft auch der „Grim reaper“, da u.a. eine ähnliche Maske im letzten James-Bond Film zu sehen war.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für Die Höhle der Löwen zu bewerben?
Steffen Oppermann: Wir verkaufen ein sehr visuelles, bühnentaugliches Produkt- es erschien mir also logisch, die Suche nach Investoren ruhig auch auf einer Bühne stattfinden zu lassen. Das dabei gleich über 2 Millionen Zuschauer zusehen würden, war mir natürlich nicht klar.

Wie haben Sie sich auf die Höhle der Löwen vorbereitet?
Steffen Oppermann: Ich habe mir ganze Staffeln von Shark tank und alle Folgen von Höhle der Löwen angeschaut. Dann habe ich meine Notizen ausgewertet, um eine realistische Einschätzung meiner Stärken und Schwächen in der Interview-Situation erzielen zu können. Auf den Pitch habe ich mich mit Selfie-Cam und Üben vor dem Spiegel vorbereitet.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen das es in die Show „ Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
Steffen Oppermann: Ich habe mich wahnsinnig über die Zusage gefreut, der Motivationsschub ist phänomenal und ich denke, dass eine solche Teilnahme ein Privileg ist. Meine neu gewonnene Energie versuche ich deshalb an meine Kunden weiterzugeben: mit noch besserem Service und Produktverbesserungen.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf Wizardo aufmerksam werden?
Steffen Oppermann: Als kleines Unternehmen haben wir ständig das Problem, dass nicht genug finanzielle Mittel für Werbemaßnahmen vorhanden sind. Viele Neugründer stehen vor demselben Problem: man hat ein super Produkt, doch wenn es keiner kennt, nützt dies wenig. Insofern freue ich mich, die Bekanntheit der Sendung nutzen zu dürfen.

Ziel der Show „ Die Höhle der Löwen “ ist es, das die Löwen investieren und der Deal zustande kommt. Welchen der Löwen haben Sie als Investor im Fokus?
Steffen Oppermann: Sehr gerne würde ich Herrn Dümmel überzeugen. Er erscheint mit als Spezialist des Handels die perfekte Wahl. Ich habe aber schon gelernt, dass man als Karnevals- und Festartikel-Hersteller häufig erstaunt ist, welche Menschen „heimliche“ Karnevalisten sind. Vielleicht treffe ich mit meinen Masken also bei einem Löwen ins Schwarze, von dem ich es nicht erwartet hätte.

Wie geht es mit Wizardo nach der Show weiter, sollte der Deal zustande kommen? Und wie, wenn es keinen Deal gibt?
Steffen Oppermann: Ich würde gerne mit dem Geld der Investoren eine GmbH gründen, um die Eigentumsverhältnisse zu klären und mehr in unser Marketing investieren. Wir haben gute Produkte, doch noch sind wir zu unbekannt. Außerdem habe ich noch viele Ideen, die ich mit der Hilfe eines Investors umsetzen möchte.
Wenn es keinen Deal geben sollte, müsste ich weitersuchen und würde den beschriebenen Weg sicherlich langsamer gehen müssen.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Steffen Oppermann: Wir möchten unsere Kernkompetenz weiter ausbauen: die Herstellung von Masken und Karnevals/ Halloween-Artikeln. Wir haben noch einige Innovationen in der Schublade, die wir umsetzen werden. Viele unserer eigenen Produkte stehen am Anfang des Produktlebenszyklus. Wir werden in fünf Jahren sowohl Hersteller für den Einzel- u. Großhandel sein, als auch mit unserem Webshop im Endkundenbereich aktiv bleiben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Steffen Oppermann: Mein erster Tipp ist zugleich der wichtigste überhaupt: Ohne eine hohe Frustrationsschwelle sollte man lieber gar nicht anfangen. Denn Rückschläge werden kommen. Dann sollte man sich frühzeitig seine Ziele für definierte Zeiträume setzen und das Erreichen auch überprüfen. Und neben all der Arbeit ist es gelegentlich ganz gut, mal alles mit Abstand zu betrachten: dann fallen plötzlich Dinge auf, die man vorher unwichtig fand. Es sollte also auch immer Zeit für „kreative Pausen“ sein, um nicht betriebsblind zu werden.

Weitere Informationen finden Sie hier

Bild © VOX

Sehen Sie Wizardo am 25.Oktober in #DHDL

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!