Nikolas Woischnik: Folge deiner Leidenschaft!

Nikolas Woischnik Tech Open Air Gründer im Interview: Welche Speaker werden dieses Jahr vor Ort sein und was werden die Highlights sein

Herr Woischnik stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Niko Woischnik, Gründungsmitglied der Tech Open Air Family und bereits seit vielen Jahren in der Berliner Tech- und Startup-Szene tätig. Neben dem ersten englischsprachigen Berliner Blog Tech Berlin habe ich das Tech Open Air Festival ins Leben gerufen, Europas erstes und größtes interdisziplinäres Technologie-Festival. Des Weiteren bin ich Mitgründer des 5.000 qm großen Coworking Spaces Ahoy! Berlin sowie des Community, Event- und Kommunikationsdienstleisters Openers.

Welche Idee steckt hinter dem Tech Open Air Event? Wie wollen Sie die internationale Startup Szene miteinander verbinden?
Hinter Tech Open Air steckt die Idee eine Plattform für Austausch und Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen mit der Schnittstelle Technologie aufzubauen. Technologie hat Einzug in jeden Winkel unserer Gesellschaft erhalten: von Kunst über Musik bis hin zu Wissenschaft, Politik, Unternehmertum, Bildung, Pharma, Health. TOA involviert nicht nur die Macher der Szene, sondern ermöglicht auch denjenigen, die die Veränderungen am eigenen Leib erleben ihre Erfahrungen mit der Community zu teilen.

Neben der Einbindung von neuen Stakeholdern auf der TOA Berlin Edition wollen wir insbesondere neue Formate und Märkte im Ausland erschließen. Mit der TOA World Tour mit Stopps in Los Angeles, Tokio, Austin (Texas), Mexiko Stadt und Kapstadt schlagen wir neue Brücken in der internationalen Startup- und Kreativbranche und wollen so weitere Weltstädte als Newcomer Startup Hubs in das Netzwerk integrieren. Wir legen besonderen Wert auf die Erschließung von potentiellen neuen Märkten, mit denen in Zukunft spannende Ökosysteme entstehen können – Los Angeles, Tokio, Mexiko Stadt und Kapstadt gehören dazu.

Was erwartet die Teilnehmer in diesem Jahr in Berlin? Welche Referenten werden als Speaker vor Ort sein?
Vom 11. bis 14. Juli erwarten die Teilnehmer über 200 Speaker und mehr als 200 Satellite-Events an erstmals vier anstatt nur drei Tagen. Der erste und letzte Tag versprechen außergewöhnliche Satellite-Events in der ganzen Stadt während an Tag zwei und drei die eigentliche Unconference im einzigartigen Funkhaus direkt an der Spree stattfindet. Erste hochkarätige Speaker stehen bereits fest mit unter anderem Soundcloud Gründer und CEO Alex Ljung, NASA Image coordinator & Social Media Specialist Rebecca Roth sowie der self-made Cyborg und Gründer von Cyborg Nest Liviu Babitz.

Letzterer hat einen Chip entwickelt, der Menschen für nur 350 US-Dollar zum Kompass macht. Sprich, man dreht sich im Kreis, bis es am ganzen Körper plötzlich vibriert und man Richtung Norden ausgerichtet ist. Weitere Highlight Speaker sind unter anderem Hector Ouilet, Head of Design bei Google Search, David Eun, President von Samsung NEXT sowie der CEO von Babbel Markus Witte.

Welche Zielgruppe sprechen Sie an?
Der Großteil unserer Besucher besteht natürlich aus Startups, Kreativen und Menschen mit Bezug zur Szene. Das steigende Interesse an Themen wie Entrepreneurship, vor allem im Bereich Tech und out of the box Inspirationen, lassen uns langfristig auf die Einbindung vieler großer Stakeholder hoffen. Bereits jetzt konnten wir einige große Namen wie SoundCloud, Native Instruments Berliner Startup „Urgesteine“ Christoph Maire (Atlantic Labs) und Project A sowie die Gründer der Unicorns OneFootball, Zalando, Delivery Hero, Auto1 Group, Hello Fresh, Idealo und 6 Wunderkinder und viele mehr für TOA begeistern, die uns durch eine Finanzierungsrunde auch auf zukünftigen Events unterstützen.

Wie ist das Feedback von Teilnehmern?
Bis jetzt haben sich unsere Besucherzahlen jedes Jahr verdoppelt, worauf wir natürlich unglaublich stolz sind. Es gibt viele Teilnehmer, die von Anfang an dabei waren und begeistert sind wie sich TOA weiterentwickelt hat und sich trotzdem treu geblieben ist. Mittlerweile heißen wir auch immer mehr Besucher von außerhalb der Startup- und Tech-Welt willkommen, die sich für das interdisziplinäre Zusammenspiel von Kultur, Wissenschaft und Unternehmertum interessieren und die vor allem von den öffentlichen Satellite-Events profitieren.

Ich höre von Teilnehmern immer wieder, dass sie an TOA besonders die Atmosphäre schätzen, die die Einzigartigkeit von unserem Standort Berlin widerspiegelt. TOA hebt sich von anderen Konferenzen ab und das findet Anklang in der Szene und darüber hinaus.

Welche Highlights erwarten die Teilnehmer auf den nächsten Tech Open Air Event?
Das Tech Open Air in Berlin ist dieses Jahr noch ein bisschen gewachsen und bietet dadurch ein noch abwechslungsreicheres Programm mit Speakern und Teilnehmern aus den unterschiedlichsten Bereichen und Regionen. Darüber hinaus, sind meine persönlichen Highlights die TOA World Tour Global. Im November 2016 machte TOA bereits Halt in Los Angeles, und vernetzte mehr als 120 Innovateure aus Kunst, Unternehmertum und Wissenschaft mit Beiträgen unter anderem von LinkedIn Mitgründer Allen Blue, Ty Roberts CTO der Universal Music Group und DJ Robot Koch.

Anfang dieses Jahres waren wir in Tokyo und Austin, Texas und haben uns dort mit der hiesigen Startup-Szene ausgetauscht. Die nächsten Stationen sind schon bald Mexiko Stadt und Kapstadt – absolute Highlights auf dem Weg zur einer global vernetzten Community.

Herr  Woischnik wie bewerten Sie die internationale Startup Szene zur deutschen Startup Szene? Wo liegen die größten Unterschiede?
In der deutschen Startup Szene ist Berlin das Epizentrum einheimischer und auch internationaler Neugründer – die Hauptstadt hat ihren ganz eigenen Charakter und bietet Startups die Chance, sich innerhalb der Szene auszutauschen und Investoren anzuziehen. Aber auch in München bewegt sich was: es gibt dort überdurchschnittlich viele Startups mit außerordentlicher Qualität und großem Potential. Trotzdem fehlt es dem deutschen Ökosystem im internationalen Vergleich an Wachstumskapital und Input bzw. Förderung wissenschaftlicher Institutionen. Summen wie sie im Silicon Valley oder auch in London in Startups investiert werden, gibt es nicht. Das liegt zum Teil auch daran, dass sich viele Gründer eher am nationalen Markt orientieren.

Aber auch wenn im großen Stil in die deutsche Szene investiert werden würde, gäbe es trotzdem kein “Deutsches Silicon Valley”. Berlin ist in der Hinsicht einzigartig, da die Stadt noch nie derart strenge Strukturen wie viele andere einflussreiche Ökosysteme hatte oder haben wird.

Herr Woischnik wo  geht der Weg hin, was sind ihre nächsten Ziele?
Das große Ziel derzeit ist, über das Ökosystem Berlin hinaus die Startup Welt zu vernetzen. Ich war in der Vergangenheit beruflich häufig in Entwicklungsländern tätig und habe deshalb großes Interesse daran, neue und noch nicht erschlossene Ökosysteme in Afrika, Südamerika und Asien aufzubauen und durch verschiedene Produkte und Dienstleistungen: Openers als Dienstleister, Tech Open Air als inhaltliche Plattform, Openers Tech Berlin als Portal und Ahoy als Space, zu verbinden. Tokyo ist ein erster Schritt auf diesem Weg und wer weiß, vielleicht eröffnen wir in Zukunft noch mal irgendwo auf der Welt einen weiteren Coworking Space.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Klischee, aber wahr: Folge deiner Leidenschaft!
2. Denke langfristig.
3. Riskiere was, aber übernehme auch Verantwortung dafür.

Bild: Nikolas Woischnik by Julia Zierer

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Nikolas Woischnik für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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