Von 6 Hüten bis zum Kopfstand – Kreativitätstechniken, die es in sich haben

Nicht nur im privaten Bereich kann uns Einfallsreichtum das Leben erleichtern, besonders für Gründerinnen und Gründer sind Kreativität und Innovation hochaktuell.„Erfindergeist und Innovationsfähigkeit galten schon immer als wichtige Voraussetzungen für den Erfolg von Unternehmen.“, so die Autoren Bullinger und Hermann in ihrem Buch über Kreativität als Erfolgsfaktor. Deshalb zeigen wir Ihnen in diesem Artikel vier Kreativitätstechniken, mit denen Sie lernen auf Knopfdruck gute Ideen zu haben.

Was sind Kreativitätstechniken?

Eine innovative Idee benötigt kreatives Denken. Dort setzen Kreativitätstechniken an.Sie vereinfachen den Kreativitätsprozess und haben das Ziel durch eine gesteigerte Kreativität innovative Lösungsansätze zu produzieren. Kreativität und Technik, das passt zusammen? Ja!Eine Struktur hilft, unterschiedliche Perspektiven zu beleuchten und Aspekte neu zu kombinieren.

Wie bereite ich einen Kreativitätsprozess vor?

Um Kreativitätstechniken erfolgreich einzusetzen, muss Augenmerk auf die Rahmenbedingungen gelenkt werden:

• Sorgen Sie für ein offenes, positives Arbeitsklima (Tipp: Ein räumlicher Wechsel kann Wunder wirken).
• Klare Dokumentation – Die Beiträge und Ergebnisse sollten sichtbar für alle Teilnehmer dokumentiert werden. Dafür eignen sich klassische Moderationsmaterialien wie Flipchart, Protokoll oder Sketchnotes.
• Klar formulierte Fragestellung – Nur wenn klar ist, was das Problem ist, kann die Antwort darauf gefunden werden.
• Klare Kommunikation der Regeln
o Quantität vor Qualität – Zielsetzung von Kreativitätstechniken ist es, möglichst viele unterschiedliche Lösungsansätze zu finden.
o Akzeptanz aller Ideen – Um möglichst viele Ideen zu generieren ist es wichtig, keine Wertung der Vorschläge vorzunehmen. Evaluiert wird erst nach dem Kreativitätsprozess.
o Bestehende Ideen weiterentwickeln – ist klar erwünscht. Nur so profitiert man vom kollektiven Wissen der Gruppe.

Diese Arten von Techniken gibt es

Kreativitätstechniken werden unterschiedlich eingeteilt. Eine weit verbreitete Einteilung differenziert zwischen intuitiven und diskursiven Methoden.

Intuitive Kreativitätstechniken für erste Ideen

Die intuitiven Techniken generieren besonders viele Ideen in kurzer Zeit. Assoziative Methoden zählen hier meist dazu. Die intuitiven Methoden bieten sich für eine erste Ideenfindung an und profitieren stark vom kollektiven Input.

6-3-5 Brainwriting
Beim 6-3-5 Brainwriting geht es um das Ergänzen von Ideen der Teilnehmenden, denn Ideen inspirieren zu weiteren Ideen. So können in kurzer Zeit sehr viele Ideen generiert werden, denn 6 Teilnehmer generieren 3 Ideen, die dann fünfmal erweitert werden (Anzahl variabel). Die Übung eignet sich auch für unerfahrene Gruppen. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass durch die „stille“ Ideenentwicklung auch zurückhaltende Teilnehmer mit einbezogen werden.

Kopfstand
Vom Gegenteil ausgehend innovative Ideen zu finden, ist oft leichter. So wird bei der Kopfstand Methode die eigentliche Fragestellung ins Gegenteil formuliert: Aus „Wie können wir Kunden gewinnen?“ wird „Wie können wir Kunden verlieren?“. Daraufhin werden die Lösungsansätze auf die ursprüngliche Fragestellung übertragen. Diese ungewohnte Herangehensweise sorgt zusätzlich für eine lockere Atmosphäre und eignet sich ebenfalls für unerfahrene Gruppen.

Diskursive Kreativitätstechniken

Die diskursiven Techniken gehen strukturierter an die Sache ran. Hier werden meist Teilaspekte beleuchtet, die dann in der Kombination wenige, aber dafür qualitativ hochwertige Lösungsansätze hervorbringen. Diese zeitintensiveren Methoden bieten sich an, wenn auf bereits vorhandenem Wissen aufgebaut wird, wie beispielsweise bei der Produkt- oder Prozessoptimierung. Sie eignen sich besonders für Einzelpersonen und kleine Gruppen.

6 Hüte Methode
Die bekannte 6 Hüte Methode umfasst eine Gruppendiskussion, in der Teilnehmer unterschiedliche Rollen einnehmen, um ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln diskutieren zu können. Dabei werden die Rollen nach unterschiedlich farblichen Hüten (o.ä.) vergeben:

• weiß = Analytisches, objektives Denken
• rot = emotionales Denken und Empfinden
• schwarz = kritisches Denken, Risikobetrachtung
• gelb = optimistisches Denken, Best-Case-Szenario
• grün = Kreatives und konstruktives Denken
• blau = Ordnendes, moderierendes Denken

Ein erfahrener Moderator ist für diese Übung ratsam.

Morphologischer Kasten
Diese Technik eignet sich besonders für Innovationsprozesse. So wird bei dem Morphologischem Kasten das Produkt oder Dienstleistung in Einzelaspekte zerlegt. Unterschiedliche Ausprägungen dieser Aspekte werden dann wieder zusammengesetzt. Ein Vorteil dieser Übung ist, dass sie sowohl allein als auch in einer geleiteten Gruppe durchführbar ist.

Die richtige Technik für das richtige Problem

Die besondere Stärke von Kreativitätstechniken liegt im breiten Anwendungsbereich und Vielzahl an Methoden. Sie können im Zusammenhang mit Produktinnovationen, Prozessoptimierungen, Ideenfindung und Problemlösungen eingesetzt werden. Dank unterschiedlicher Komplexität können auch unerfahrene Gruppen die Methoden anwenden. Außerdem kann die Effizienz vieler Technikendurch die zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Übungen gesteigert werden. Eine Zusammenfassung der Kreativitätstechniken , sowie mehr Informationen können Sie hier bei Gründerschiff kostenlos herunterladen.

Ariane Rahn

Ariane Rahn studiert Psychologie an der Universität Konstanz und kann leider immer noch keine Gedanken lesen. Deshalb sammelt sie zur Zei tpraktische Erfahrung in der Gründungsbegleitung und unterstützt Gründerschiff im Online-Marketing. Ihre Leidenschaft ist das Reisen in ferne Länder. Sie genießt aber auch ihre Heimat, den Bodensee.

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