Sich immer wieder hinterfragen

IDAGIO ist der Streaming Dienst für Klassische Musik

Stellen Sie sich und das Startup IDAGIO doch kurz unseren Lesern vor!
Wir sind Till Janczukowicz, langjähriger Musikmanager für Klassik-Stars und Christoph Lange, vor einigen Jahren Gründer von Simfy.
IDAGIO ist der Streaming Dienst für Klassische Musik. Nutzer bescheinigen uns bereits heute, dass IDAGIO die beste Suche für Klassik hat. Was bedeutet das? All-Genre-Dienste wie Spotify oder Apple Music funktionieren für Klassik nur unzureichend, weil sie nur drei Kategorien kennen: Song, Künstler, Album. Aber wenn Karajan Beethovens 9. Symphonie dirigiert, gibt es neben Beethoven, der 9. Symphonie und Karajan selbst einen Sopran, einen Alt, einen Tenor, einen Baß, einen Chor und ein Orchester. Wer ist der Künstler: Beethoven? Karajan? Der berühmte Sopran? Und um welche Karajan-Aufnahme handelt es sich? Er hat die Beethoven-Symphonien vier Mal aufgenommen… Klassik ist also wie ein System von Coverversionen. Von einem Werk kann es teilweise über tausend Aufnahmen geben, die alle irgendwo auf der Welt für gewisse Hörer relevant sind, aber über die wesentlichen Distinktionsmerkmale kaum auffindbar sind.

Wie ist die Idee zu IDAGIO entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Als Manager habe ich mich viele Jahre um die Karrieren von Klassik-Stars gekümmert, weltweit Konzerte veranstaltet sowie Ton- und Bildaufnahmen produziert. Mein Mitgründer Christoph Lange hat in jungen Jahren Simfy gegründet und somit bereits früh Erfahrungen rund ums Audio-Streaming gesammelt. Ein gemeinsamer Freund hatte die smarte Idee, uns beide zusammenzubringen. Klassik ist eine globale Nische, die ich in der Vergangenheit nicht „Online“, sondern „Offline“, mitgestaltet habe. Ich weiß, wie Klassik in den verschiedenen Teilen der Welt funktioniert. Aber ohne Christoph würde es IDAGIO nicht geben. Weder er, noch ich könnten das alleine, ohne die Erfahrungen und Skills des anderen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Am Anfang stand die absolute Überzeugung eines globalen Marktes, der digital adressierbar ist. Der große amerikanische Musiker Leonard Bernstein hat jungen Musikern immer gesagt: „Nur wenn Du nicht schlafen kannst, ohne Musik zu machen, nur wenn Du weißt, dass Dein Leben falsch ist, wenn Du nicht Musiker wirst, nur dann werde Musiker.“ Bei IDAGIO war es ähnlich. In einem schleichenden Prozess wurde mir klar, dass ich einen Schlussstrich unter mein bisheriges Berufsleben ziehen muss, um mich mit allem, was ich habe, auf IDAGIO zu konzentrieren. Daher habe ich viele vorbereitende Arbeiten selbst finanziert bis wir dann – gerade noch rechtzeitig – großartige Investoren gefunden haben: Angels sowie Macquarie Capital, b-to-v und die KfW.

Wer ist die Zielgruppe von IDAGIO?
Letzten Endes jeder, der Klassik liebt – ob Spezialist oder Neuling, der diese wunderbare Welt entdecken will. Vorwissen spielt keine Rolle. Aber: zu Beginn fokussieren wir uns darauf, einen Service zu bieten, der anspruchsvolle kritische Aficionados begeistert. Die, die ihre Musik bereits im Streaming-Modus hören und für Streaming zahlen: Klassik-Liebhaber, die in der digitalen Musikwelt ankommen, aber mit dem mangelnden Klassik-Komfort in All-Genre –Diensten unzufrieden sind. Klassik ist ein weltweites Kulturgut. Um sie für kommende Generationen zugänglich zu machen, muss sie in der selben tollen User-Experience verfügbar sein wie andere Entertainment-Inhalte.

Wie funktioniert IDAGIO? Was unterscheidet Sie von anderen Streaming-Diensten?
Erstens: die – wie unsere Nutzer uns bestätigen – beste Suche für Klassik. Zweitens Lossless-Sound, also Streaming in CD-Qualität und drittens spezielle Kuratierung wie etwa die Integration von Booklet-Texten (kommt Ende Q2). Die Kombination dieser drei Merkmale in einem ansprechenden und übersichtlichen Look &Feel ist die Basis. Darüberhinaus stellen Experten sinnvolle und spannende Playlists zusammen und wir empfehlen regelmäßig ausgewählte Klassik-Neuheiten.

Wie ist das Feedback?
Rundum Positiv – von Nutzern, Musikern, Orchestern und Labels bis zu den Investoren. Von Anfang an haben uns große Stars der Klassikszene geholfen. So haben wir 2015 im Rahmen der Salzburger Festspiele gelaunched. Bei der Pressekonferenz saßen die Wiener Philharmoniker, einer der bedeutendsten Dirigenten und einer der bedeutendsten Sänger der Welt auf dem Podium. Sie haben unsere Vision von Anfang an unterstützt. Jetzt kommen immer mehr Labels und Musiker dazu, die sehen wie sich Idagio weiterentwickelt. Viele Musiker stellen einen Teil ihrer Aufnahmen inzwischen exklusiv auf Idagio zur Verfügung. Dazu gehört der weltberühmte Bariton Thomas Hampson, der legendäre Pianist Ivo Pogorelich oder die Russische Opernsängerin Maria Guleghina. Im App-Store wird die Idagio iOS App durchschnittlich mit 5 Sternen bewertet.

IDAGIO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir wollen Musikliebhabern in aller Welt den besten Streaming Service für Klassik bieten und Musikern und Labels den direktesten Zugang zu Fans und Kunden. In fünf Jahren sollte uns das gelungen sein. Dann sehen wir weiter.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ein renommierter deutscher Journalist, der unter anderem Chefredakteur beim Stern war, hat mir einmal gesagt: nur wenn Dir nach der allerletzten Korrekturschleife beim Lesen Deines eigenen Artikels die Tränen kommen, nur dann ist er wirklich gut. So muss es mit der Idee sein: sie muss absolut stimmen. Zweitens: Bauchgefühl und die Fähigkeit zur richtigen Dosis Realitätsverlust bei klarem Bewusstsein. Drittens. Sich immer wieder hinterfragen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Thomas Herbst für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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