Sich und das eigene Umfeld gut auf eine emotionale Achterbahn vorbereiten

bonify: Lerne deinen Bonitätsscore kennen und manage ihn aktiv

Stellen Sie sich und Ihr Startup bonify doch kurz unseren Lesern vor!
Bonität demokratisieren – das ist unser Ziel. Zunächst wird das Geschäftsmodell in Deutschland und dann in ganz Kontinental-Europa implementiert. Das heißt: einfacher Zugriff auf den eigenen Bonitätsscore, mehr Transparenz und dazu die Möglichkeit, den eigenen Score aktiv zu managen. Darüber hinaus wollen wir unseren Kunden die Möglichkeit geben, von ihren Daten zu profitieren. Obwohl die persönliche Bonität in vielen Alltagsbereichen enorm wichtig ist, findet sie in Deutschland und in den meisten europäischen Ländern bislang weniger Beachtung als der Kontostand. Das soll sich ändern. Wir wollen, dass möglichst viele Menschen ihre Bonität regelmäßig einsehen und verbessern. Darüber hinaus werden wir individualisierte Produktangebote, z.B. Kredite oder Versicherungen,zur Verfügung stellen, die die persönliche Bonität berücksichtigen und unseren Kunden helfen, ihre finanzielle Situation nachhaltig zu verbessern.
Hinter bonify steht ein Team aus vier erfahrenen Gründern und Führungskräften, die neben enormen Enthusiasmus für das Thema Bonität über eine breite Expertise in Bezug auf Datenschutz, Auskunfteien und die Finanzindustrie verfügen.

Wie ist die Idee zu bonify entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zu bonify entstand Ende 2014. Damals war einer der Mitgründer (Gamal Moukabary) noch als CEO einer Wirtschaftsauskunftei in Berlin im Einsatz. Nach Findung des Teams, Diskussionen im Freundeskreis und Detaillierung des Konzepts haben wir uns im März 2015 entschlossen, unsere Jobs zu kündigen und bonify aus der Taufe zu heben. Neben Gamal gehören Andreas Bermig, Josef Korte und Jan Ortmann zu bonifys Gründerteam.
Andreas und Gamal haben sich vor über 10 Jahren bei McKinsey kennengelernt. Seitdem sind die beiden eng befreundet. Die Verbindung zu Josef entstand durch gemeinsame McKinsey-Freunde und Pro-bono-Projekte. Auch Jan gehörte zum erweiterten Freundeskreis. So konnten wir von Beginn an auf ein starkes Team aus Freunden zählen, um die ersten Herausforderungen der Gründung zu meistern.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Neben der Finanzierung mussten wir zunächst zwei inhaltliche Herausforderungen meistern: Wie können wir eine Kooperation mit Auskunfteien eingehen? Und: Was tun, um Verbraucher von bonify zu überzeugen, so dass sie sich bei uns registrieren? Nach ersten Gesprächen mit verschiedenen Auskunfteien konnten wir eine vertrauensvolle Kooperation mit der Creditreform Boniversum eingehen. Von Beginn an hat die Creditreform Boniversum an das Geschäftsmodell geglaubt. Unsere Partner haben uns aber auch klar gemacht, dass wir höchste Datenschutzanforderungen erfüllen müssen.
Die Beta-Version unseres MVP (Minimal ViableProduct) haben wir nach arbeitsintensiven Monaten im April 2016 gelaunched. Zu unserer großen Freude haben sich schon in den ersten Wochen mehr als 20.000 Nutzer registriert. Das hat selbst uns überrascht.
Bis zur ersten Finanzierungsrunde im Dezember 2015 haben wir uns aus Eigenmitteln finanziert. In der ersten Finanzierungsrunde haben uns viele Freunde und Bekannte aus unserem Netzwerk unterstützt. Aber auch institutionelle Investoren wie RibbitCapital, Index Ventures und DN Capital haben uns frühzeitig ihr Vertrauen geschenkt und uns tatkräftig unterstützt.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Sehr gut. In den ersten Monaten haben wir uns auf die Produktentwicklung fokussiert und bonifys Geschäftsmodell weiter entwickelt. Über die Verhandlungen mit Auskunfteien hinaus ging es darum, Kooperationspartner – im ersten Schritt Banken – für unser Geschäftsmodell zu begeistern. Schnell rückte dann der Teamaufbau in den Fokus; bereits im August 2015 haben wir unseren ersten Software-Entwickler eingestellt. Seit Abschluss der ersten Finanzierungsrunde im Dezember 2015 ist das Team stark gewachsen. Inzwischen vereint bonify mehr als 30 Talente aus 20 Nationen.

Wer ist die Zielgruppe von bonify?
bonify zielt auf die breite Masse. Wir bieten einen Mehrwert für alle Menschen, die in irgendeiner Art und Weise als Verbraucher oder Kunden von Finanzdienstleistungen am Marktgeschehen teilnehmen. Sie alle können enorm von dem Wissen sowie dem aktiven Managen der eigenen Bonität und unseren Dienstleistungen profitieren.

Wie funktioniert bonify?
bonify bietet Kunden die Möglichkeit ihre Bonität (aus Sicht der Auskunfteien) und die damit verbundenen Daten einzusehen und zu kontrollieren; wir geben unseren Nutzern Tipps, wie sie ihre Bonität verbessern können – zum Beispiel durch die Korrektur falscher oder Ergänzung relevanter Daten. So lässt sich durch das optionale Hochladen eigener Bankkontodaten ein umfassender Blick auf die tatsächliche Finanz- und Bonitätssituation erreichen. In Kürze wird es dann passende Angebote für die individuelle Bonitäts- bzw. Finanzsituation geben.
Für die Verbraucher sind damit keine Kosten verbunden. Geld verdient bonify durch die Vermittlung von Produkten, z.B. Kredite, Versicherungen oder Mobilfunkverträge. Dabei werden Nutzerdaten mit Sicherheit nie verkauft und auch nie ohne explizite Zustimmung an Dritte weitergegeben. Unser Wertversprechen!

Wie viel kostet der Service?
Für unsere Nutzer sind und bleiben die Dienstleistungen von bonify kostenfrei.

Warum sollte man bonify nutzen?
bonify lässt seine Kunden von ihrer Bonität profitieren! Neben der Möglichkeit die persönliche Bonität kennenzulernen, hilft bonify seinen Kunden auch, die eigene Bonität zu optimieren und von dieser zu profitieren – durch personalisierte Angebote. Nutzen sollte man bonify, weil dadurch
• endlich Transparenz rund um die persönliche Bonität geschaffen wird,
• alle Dienstleistungen kostenfrei und transparent sind,
• die eigenen Daten zum eigenen Vorteil eingesetzt – und nie verkauft werden.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unsere Vision: In 5 Jahren hat bonify vielen Millionen Verbrauchern in Deutschland und Europa ermöglicht, von der eigenen Bonität zu profitieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Immer auf das Vertrauensverhältnis im Team achten. Die besten Leute einstellen, die ihr auf dem Markt finden könnt. Sich und das eigene Umfeld gut auf eine emotionale Achterbahn vorbereiten!

Wir bedanken uns bei Gamal Moukabary und Andreas Bermig für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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