Die beste Idee nützt nichts, wenn sie in der Praxis nicht funktioniert.

Actus: Wir erschaffen die Unternehmenskommunikation 4.0

Stellen Sie sich und das Startup Actus doch kurz unseren Lesern vor!
Actus und ich haben eigentlich das gleiche Anliegen: Wir wollen Führung persönlicher machen und Nähe erzeugen – mit digitaler Hilfe. Zu mir persönlich: Ich bin Student und würde mich als „praktikums- und erfahrungssüchtig“ bezeichnen. In diesem Rahmen bin ich sowohl mit guter, aber auch viel mit schlechter Führung in Kontakt gekommen. An der Atlanta International School habe ich aber auch wertschätzen gelernt, wie Menschen aus der ganzen Welt durch gemeinsames Lernen und intensiver Kommunikation ihre Ziele erreichen. Meinen Gründergeist habe ich bereits vor einiger Zeit entdeckt, bin allerdings mit einem ersten Startup-Projekt gescheitert. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich – ich zumindest. All das fließt bei Actus ein.

Wie ist die Idee zu Actus entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die erste Idee zu Actus entstand im Zuge meines Praktikums im deutschen Bundestag. Nach einer Veranstaltung sendete mir mein Büroleiter auf dem Weg nach Hause eine SMS mit lobenden Feedback. Diese Nachricht hat mich so angespornt, dass ich mich die nächsten Wochen noch mehr auf meine Arbeit fokussierte. Ich fühlte mich sehr wertgeschätzt und nahm ein tolles Gefühl mit in die nächste Zeit.
Da ich vorher schon mehrere Praktika absolviert hatte, mir so etwas aber noch nie passiert war, dachte ich mir, dass es doch schön wäre, wenn auch andere Menschen so motiviert werden könnten. Die erste Idee von Actus war geboren.

Der ausschlaggebende Impuls kam dann im Rahmen meiner Abschlussprüfung für die Coach-Ausbildung. Beim Thema „Können digitale Medien das Präsenzcoaching ersetzen?“, musste ich die Argumente für die Pro-Seite herausarbeiten. Dabei kam ich zu dem Schluss, dass kein „Ersetzen“, sondern nur ein „Ergänzen“ sinnvollen Mehrwert bieten würde. Mit dieser Erkenntnis und der Erinnerung an mein Praktikum im Bundestag entwickelte ich das erste Konzept zu Actus.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Natürlich spielen neben all der Gründer-Euphorie auch Zweifel eine Rolle. So haben wir uns immer wieder hinterfragt: Ist unsere Lösung wirklich das, was Unternehmen brauchen? Dank zahlreicher Gespräche und kritischem Feedback, dass wir dann in unsere Idee einbauen konnten, haben wir heute mit „Actus One“ ein Produkt, bei dem wir keine Zweifel mehr haben. Auf dem Weg dorthin war auch die Suche nach Investoren eine Herausforderung. Wir wollten von Anfang an nicht nur Geld, sondern Unterstützer, die für die Idee brennen. Das haben wir nun geschafft.

Wer ist die Zielgruppe von Actus?
Ganz klar der Mittelstand. Dort sehen wir für unsere Lösung das größte Potential. Aber natürlich kann die Software auch in kleineren Betrieben und großen Konzernen genutzt werden.

Wie funktioniert Actus One?
Unser App ist ein Messenger mit eingebautem Verfügbarkeitsmanagement und Filterfunktionen. So können beispielsweise Umfragen erstellt und versendet, digital Feedback gegeben und Ziele vereinbart werden. Unsere Funktionen „Express Lob“ und „Stimmungsbarometer“ sorgen für die Stärkung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Mitarbeiter bekommen zudem ein eigenes Profil, wo sie auch Fähigkeiten eingeben können, die vielleicht an ihrem derzeitigen Arbeitsplatz nicht gebraucht werden. Mittels unser „Skill“-Suche können Unternehmen so besser das Potential ihrer Mitarbeiter nutzen.

Wichtig ist aus unserer Sicht auch ein anonymer Channel, bei dem niemand nachvollziehen kann, wer was geschrieben hat. Dies ist eine große Chance für konstruktive Kritik oder Lob, wenn man im Berufsalltag diese vielleicht nicht öffentlich vortragen möchte.
Auch verfügt Actus One über ein umfassendes Erinnerungsmanagement, welches proaktive Handlungsanstöße gibt. Besonders wichtig: Im Gegensatz zu Teillösungen aus Übersee wie WhatsApp, hält sich Actus an die gesetzlichen Vorgaben des deutschen Datenschutzes.

Welche Vorteile bietet Actus?
Wir bieten ein intuitives, leicht zu implementierendes Tool, um die interne Unternehmenskommunikation transparenter zu machen. Während Führungskräfte und Geschäftsführer die Kommunikation im Unternehmen besser überblicken können, kann Mitarbeitern besseres, schnelleres Feedback gegeben und mehr Wertschätzung entgegengebracht werden. Zudem nutzen Unternehmen so moderne Kommunikationskanäle, die sich mobil als auch an stationären Computern nutzen lassen. Kurz: Unsere App „Actus One“ bietet das, was der Mittelstand braucht, um eine moderne, zeitgemäße Kommunikation und Mitarbeiterführung zu ermöglichen.

Wie ist das Feedback?
Die Resonanz, besonders aus der Kernzielgruppe Mittelstand, ist sehr positiv. Das gilt von kleinen Betrieben mit 15, bis hin zu großen Firmen mit mehreren Tausend Mitarbeitern. Auch Verbände haben bereits Interesse angemeldet. Das bestärkt uns darin, dass wir die passende Lösung für die heutige Zeit liefern.

Actus, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unsere App wird sich bis dahin weiterentwickelt haben, um die Ansprüche, die in fünf Jahren aktuell sind, zu erfüllen. Neben der technischen Weiterentwicklung, wollen wir uns aber auch als Marke für gute Führung etablieren, die bei der Jobsuche ein wichtiges Kriterium sein kann. Wo mit Actus geführt wird, gibt es Transparenz, Kollaboration und gute Kommunikation – das ist unsere Botschaft.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Haltet durch! Der Weg von der Idee bis zur erfolgreichen Gründung ist steinig, fast nie geradlinig und viel Arbeit – aber er lohnt sich.
2. Kein Stillstand! Die Ursprungsidee muss immer weiterentwickelt und angepasst werden. Manchmal heißt das auch, dass man Liebgewonnenes wieder aufgeben muss. Seid also stets dankbar über den aktuellen Stand, aber nie zufrieden.
3. Entkommt der Startup-Blase! Das Arbeiten an der eigenen Idee mit eurem Team macht Spaß, aber eines ist mindestens genauso wichtig: Fragt eure zukünftigen Kunden, was sie wirklich brauchen. Daraus entsteht das Potential etwas zu entwickeln, von dem sie noch gar nicht wissen, dass sie es benötigen. Die beste Idee nützt nichts, wenn sie in der Praxis nicht funktioniert.

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Wir bedanken uns bei Niklas Schwichtenberg für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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